Verein für ehemalige WS-Barkassen e.V. (gegr. 1993)
Gemeinnütziger
Verein zur Erhaltung von Museumsschiffen der Wasserschutzpolizei.
Wo
haben Sie schon einmal Gelegenheit auf einem Schiff der Wasserschutzpolizei
mitzufahren ?
Bei
uns !
Wir machen
Museumsstreifenfahrten nach Terminabsprache
mit Besuchergruppen und bei Veranstaltungen
Museumsschiffe
der Wasserschutzpolizei


MS
„ELBE 1“
ex. „Wasserschutzpolizei 1“ (1965 - 1991)
ex. „Wasserschutzpolizei 3“ (1991 - 1996)


MB „Alfred Wachholz“ („ELBE 27“)
ex. „Wasserschutzpolizei 27“ (1959 - 1992)
Verein
für ehemalige WS-Barkassen e.V.
(gegründet 1993)
Nach seiner Außerdienststellung im Jahr 1992 wurde das leichte
Hafenstreifenboot „Wasserschutzpolizei 27“ durch die Initiative
des Vereins „Schiffe der Arbeit“ und unter Mitwirkung des
damaligen Leiters der Dienststelle „Wasserfahrzeuge und nautische
Geräte“ der Landespolizeiverwaltung (LPV 24), Alfred Wachholz,
zu einem weiteren Museumsschiff in Hamburg umgewidmet. Nach einer Entscheidung
des damaligen Finanzsenators Curilla ging dieses Schiff in das Eigentum
des MUSEUM DER ARBEIT über und wurde gleichzeitig dem „Verein
für Schiffe e.V.“ als Dauerleihgabe übergeben. Die Zusammenarbeit
dieses Vereins mit dem Museum war nicht reibungslos, so dass der Vertrag
seitens des Museums nach kurzer Zeit gekündigt wurde. So verfügte
das erst im Aufbau befindliche MUSEUM DER ARBEIT zwar über eine
Barkasse, suchte nun aber zur Instandsetzung, Erhaltung und für
den Betrieb geeignete, mit diesem Schiff vertraute Personen. Was lag
näher, als diese im Kreis der Bediensteten der Polizei, speziell
der Wasserschutzpolizei zu suchen?
Am 6. Februar
1993 gründeten Polizeibeamte den Verein für ehemalige WS-Barkassen
e.V. und übernahmen die vom Museum auf den Namen „Alfred
Wachholz“ getaufte Barkasse als Dauerleihgabe. Dieser Schiffsname
setzte sich im Kreis der Wasserschutzpolizei nicht durch. In der Schifffahrt
werden Traditionen sehr intensiv gepflegt. Jahrzehnte ist in der Polizei
diese Barkasse mit seinem Funkrufnamen „ELBE 27“ angesprochen
worden. Dieses setzte sich auch nach der „Pensionierung“
fort. Amtlich heißt die Barkasse weiterhin „Alfred Wachholz“,
aber in der Wasserschutzpolizei und im Verein nennt man sie „ELBE
27“.

MB "Alfred
Wachholz im Serrahn, Hamburg-Bergedorf Foto: Siegfrid Schech, Buxtehude
Ab Mai 1993 wurde der Verein durch die Teilnahme an verschiedenen Veranstaltungen
in Hamburg sowie im Umland über den Kreis der Polizei bekannt und
agierte recht erfolgreich. Die Teilnahme an den Veranstaltungen des
Hafengeburtstages in Hamburg ist für ein
Hamburger Museumsschiff eine Selbstverständlichkeit. Aber auch
Hafenfeste in Mölln und Lübeck sowie die Feiern zum 100-jährigen
Bestehen des Nord-Ostsee-Kanals in Kiel-Holtenau haben wir gern besucht.
Mit freundlicher
Unterstützung von Hafenbetrieben gelang es uns zunächst im
Travehafen am Terminal der Schuppen 80 / 81 einen Liegeplatz zu erhalten,
an dem wir ungestört an unserem Boot Sanierungs-arbeiten und Reparaturen
durchführen konnten. Zum anderen war das Boot vor Zugriffen Unberechtigter
geschützt, weil es hier in einem landseitig umzäunten und
bewachten Bereich sowie wasserseitig an einem schwer zugänglichen
Ponton lag.
Nach
der Versteigerung der außer Dienst gestellten „Wasserschutzpolizei
2“, stellten die Mitglieder des Vereins für ehemalige
WS-Barkassen fest, dass private Käufer dieses Boot völlig
umgestaltet hatten, so dass von einem Streifenboot kaum noch etwas
zu erkennen war. Als dem Vereinsvorstand im Herbst 1995 bekannt
wurde, dass das ehemalige Flaggschiff der Hamburger Wasserschutzpolizei,
das Unterelbestreifenboot
„Wasserschutzpolizei 3“ außer Dienst und versteigert
werden sollte, erschien es uns selbstverständlich, dieses Schiff
mit seiner eleganten und doch zweckmäßigen Form möglichst
in einem Originalzustand als Museumsschiff zu erhalten.
(Bild:
Liegeplatz beim Schuppen 80 / 81 bis 2000 )
Angesichts
der zu erwartenden Kosten für die Erhaltung und den Betrieb dieses
Schiffes musste der Vorstand zunächst die Vereinsmitglieder und
natürlich auch das MUSEUM DER ARBEIT überzeugen, dass wir
dieses Juwel für die Stadt und ihren Hafen als Museumsschiff bewahren
sollten. Im Verein konnten schließlich die sachlichen Argumente
des Vorstandes überzeugen, aber im Museum waren deutlich Widerstände
zu spüren, obwohl das finanzielle Risiko ausschließlich durch
den Verein zu tragen war. Dieser Widerstand wirkte sich auch auf die
beteiligten Behörden aus. Mehrfach fühlte sich der Vorstand
am Ende seiner Möglichkeiten, wäre dort nicht eine uns wohlgesonnene
Persönlichkeit gewesen. In sehr langen und zähen Verhandlungen
gelang es dem Vorsitzenden des Polizeivereins, Staatsrat Dirk Reimers,
sowohl die Kultur- als auch die Finanzbehörde zu überzeugen,
dass die Erhaltung dieses Küstenstreifenbootes als Museumsschiff
nicht nur für die Polizei, sondern auch hinsichtlich der Steigerung
der Attraktivität des Hamburger Hafens für den Tourismus durchaus
ein lohnendes Ziel sei. Trotz einer hohen finanziellen Belastung, die
uns als Bedingung für die Übernahme dieses Schiffes auferlegt
wurde, gelang es dem Verein 1997 die „Wasserschutzpolizei 3“
nach Außerdienststellung als Museumsschiff „ELBE 1“
zu sichern. Eigentümer dieses Museumsschiffes ist wie im Falle
der „Alfred Wachholz“ auch das MUSEUM DER ARBEIT, während
der Verein für ehemalige WS-Barkassen e.V. im Rahmen einer Dauerleihgabe
nicht nur die Verantwortung für Erhaltung und Betrieb, sondern
auch das wirtschaftliche Risiko trägt.
Sehr
engagiert machten sich die Vereinsmitglieder an die Arbeit, dieses
Schiff vorzeigbar in Stand zu setzen, da man ihm die Liegezeit von
Herbst 1996 bis zur
Übernahme am 1. Juli 1997 deutlich ansah. Zur Taufe auf den neuen
Namen „ELBE 1“ am 30.08.1997 verstrahlte das Schiff zumindest
äußerlich wieder in alten Glanz.
Nach und nach wurden viele Restaurierungsarbeiten auf der Brücke,
in den einzelnen Räumen sowie im technischen Bereich durchgeführt.
Zusätzlich investierte der Verein erhebliche finanzielle Mittel
in die Beschaffung von neuen Rettungsmitteln sowie Funkanlagen nach
neuestem Standard.
(Bild:
Taufe der ELBE 1 am 30. August 1997 an der Überseebrücke)
Die „ELBE
1“ konnte an unserem bisherigen Liegeplatz der „ELBE 27“
im Travehafen nicht untergebracht werden, so dass sich der Vereinsvorstand
um Alternativen bemühen musste. Zunächst konnten wir die „ELBE
1“ im Steendieckkanal (Finkenwerder) unterbringen. Die Entfernung
zwischen den Liegeplätzen war im Hinblick auf die Arbeiten an den
beiden Schiffen eher hinderlich, musste aber als kurzfristige Improvisation
für drei Monate hingenommen werden. Ab 1. Dezember 1997 fand die
„ELBE 1“ eine neue Heimat im Harburger Binnenhafen. Dieser
Standort war für die Sanierungsarbeiten an dem neuen Schiff in
unmittelbarer Nähe zur Jöhnk-Werft ideal, andererseits war
die Anfahrt für die finanziell dringend benötigten Gästefahrten
sehr zeit- und kostenaufwendig.

"ELBE 1" und "Alfred Wachholz" an
ihrem neuen Liegeplatz im Travehafen
So war
es fast schon ein Glücksfall, dass im Frühjahr 2000 die Pontonanlage
am Schuppen 80/81 umgebaut werden sollte und der Verein sich kurzfristig
einen Ersatzliegeplatz suchen musste. Was zunächst als kurzfristige
Ausweichlösung für wenige Wochen geplant war, wurde ab Sommer
2000 bis zum heutigen Tage zum festen Liegeplatz im Travehafen am Roeloffsufer
(Wassertreppe 7) für beide Schiffe.
Für
den Verein ein finanzieller Glücksfall waren die vielen Filme und
Krimiserien, die in Hamburg gedreht wurden. Im Abstimmung mit der Polizeipressestelle
konnten wir unsere Boote in der Ausstattung von echten Streifenbooten
für Drehtage zur Verfügung stellen und entsprechende Einnahmen
erzielen. In bekannten Serien, wie Tatort (ARD), Großstadtrevier
(ARD), Die Rettungsflieger (ZDF), Doppelter Einsatz (RTL), Der König
von St. Pauli und vielen anderen Filmen waren die Boote und ihre WS-uniformierten
Besatzungen zu sehen. Während für unsere Vereinsmitglieder
die Arbeit der Film- und Fernsehproduktionen und die Zusammenarbeit
mit bekannten Schauspielern immer wieder interessant war, konnte der
Verein die erzielten Einnahmen für die Erhaltung unserer Museumsschiffe
einsetzen.
ELBE 27 als „WS 27“ bei einem Drehtag des
ARD-Krimis „Tatort – Harte Hunde am 04.03.03 |
WS 27“ wartet mit der „Leiche“ im
Hansahafen vor Schuppen 50 auf die Fortsetzung des Drehtages |
Nach
erfolgreichem Start der beiden Museumsschiffe durch die Beteiligung
an publikumswirksamen Veranstaltungen, wie Tag der offenen Tür
an den Wasserschutzpolizeirevieren, Glückstädter Matjestage,
100 Jahre Leuchttürme Wittenbergen/Grünendeich
sowie dem Betreuungsprogramm für zur EXPO 2000 nach Hannover abgeordnete
Polizeibeamte aus allen Bundesländern kam es noch im Jahr 2000
zu einer Pechsträhne.
Die ELBE
27 kollidierte im Sommer 2000 während einer Gästefahrt mit
einem unter Wasser treibenden Tampen, der die Antriebswelle so stark
beschädigte, dass sie komplett ausgetauscht werden musste. Leider
liegen derartige, selten benötigte Ersatzteile nicht bei den Werften
auf Lager. So musste diese Welle in einem aufwendigen bis Ende Januar
2001 dauernden Verfahren angefertigt und eingebaut werden. Zwar handelte
es sich zum Glück um einen Versicherungsschaden, aber die in dieser
Zeit entgangenen Einnahmen fehlten dem Verein natürlich. Zum Ende
der Saison steigerten sich diese Probleme, da die auf der ELBE 1 bereits
sanierten Räume im Heck durch einen Wassereinbruch stark beschädigt
wurden. So verfügten wir über zwei Schiffe, die keine Einnahmen
erzielten, dagegen größere Ausgaben verursachten.
Angesichts
der Ursache des Wassereinbruchs auf der ELBE 1 aufgrund einer durchgerosteten
Schweißstelle entschloss sich der Vereinsvorstand im Einvernehmen
mit unserem Versicherer zu einer grundlegenden Sanierung des Rumpfes.
Nach Feststellung der Stärke des Stahlrumpfes wurden mehrere
Stahlplatten ausgetauscht und der Rumpf in mehreren Farbanstrichen
sowohl von außen
als auch innen konserviert. In diesem Zusammenhang fiel auch die Entscheidung,
eine sich abzeichnende Verschärfung der Umwelt-Richtlinien
für
Traditionsschiffe bereits jetzt umzusetzen und die bisher praktizierte
Entsorgung von Abwässern außenbords zu unterbinden.
Es musste sehr aufwendig die Abwasserentsorgung völlig
neu über Fäkalientanks
mit entsprechenden Anschlüssen und Pumpen ausgeführt werden.
Neben der Einhaltung von neu definierten Umweltschutzbestimmungen
waren für die Zulassung der ELBE 1 als Traditionsschiff die kostenaufwendige
Beschaffung von Sicherheits- und Brandschutzausrüstung notwendig.
Im Juli 2002 wurden endlich unsere Bemühungen mit der Erteilung
des Sicherheitszeugnisses für Traditionsschiffe belohnt. Damit
hatte der Verein wieder die Möglichkeit, Gästefahrten
bis max. 40 Personen mit der ELBE 1 durchführen zu können.
So ist die finanzielle Basis für die Erhaltung und den Betrieb
unserer beiden Museumsschiffe sichergestellt. In den folgenden
Monaten wurde von unseren ehrenamtlich arbeitenden Vereinsmitgliedern
nach Wiederherstellung der einwandfrei funktionierenden Technik
auch der optische Zustand der ELBE 1 verbessert.

ELBE 1 auf dem Nord-Ostsee-Kanal 2006 Foto: Franz Lewitz, Hamburg
Wir nehmen
keine staatlichen Mittel für den Betrieb und die Unterhaltung
der beiden Boote in Anspruch. Die Mitglieder gewährleisten
durch finanzielles Engagement sowie ehrenamtliche Arbeit die Erhaltung
und den Betrieb der Schiffe. Unterstützung erfahren wir ausschließlich
durch private Sponsoren und Spenden.
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