Moin Moin leeve Lüüd,
Oktober 2025 endete die Saison der Elbe 27.
November 2025 bis Februar 2026 ist witterungsbedingt wenig zu tun am Schiff, regelmässige Kontrollen auf Wasserschäden, Frostschäden und leichte Innenarbeiten sind allerdings möglich.
März 2026
Im März starteten wir dann als erstes mit dem 1. großen Thema ....
Bei einer Verstellpropeller-Anlage (auch CP-Propeller für Controllable Pitch genannt) ist die Mechanik deutlich komplexer als bei einer Starrschraube. Da die Welle permanent in eine Richtung dreht, lastet die gesamte Kontrolle über Vorbehalt, Stopp und Rückwärtsfahrt auf der präzisen Bewegung der Propellerflügel. Dazu dient ein hydraulischer Zylinder im Getriebe am Wellenausgang.
Also aus dem Hamburger Hafenmuseum aus einem alten baugleichen Getriebe (Reservegetriebe und Motor haben wir mal günstig erstehen können als Ersatzteilspender) den Zylinder ausgebaut.

Und so sieht dann der Hydraulikzylinder selber aus:

Und in der Elbe 27 dann anschliessend eingebaut und probelaufen lassen.
Hier ein kleines Video vom Probelauf, oben ist die Motorwelle zu sehen und unten die Schraubenwelle. In der Schraubenwelle läuft der Verstellmechanismus um die Flügelstellungen zu verändern, rechts sieht man die Steuerung via Drahtseile und Kettenblätter / Kettenräder ähnlich beim Fahrrad.
Das Spiel in den Seilen und Rollen kann man auch noch etwas optimieren.
Der ausgebaute Hydraulikzylinder

wurde zur Firma Cornels nach Brunsbüttel gebracht, dort wird der Zylinder überholt und dann wieder verbaut, entweder in der Elbe 27 direkt oder in dem Reservegetriebe im Hafenmuseum Hamburg.
Die Ventile einstellen bei dem guten alten Achtzylinder wurde auch im März bereits umgesetzt. Mit einer massiven Metallstange wird dabei die Kurbelwelle über einen sehr grossen ausliegenden Zahnkranz mittels Bohrungen immer ein Stück weitergedreht bis der nächste Zylinder Spiel am Einlass und Auslassventil hat, nachmessen und einstellen, aber bitte nicht zu eng, alte Motoren mögen kein zu enges Ventilspiel. Im Leerlauf gerade wenn der Motor kalt ist, mit offener Schallhaube denkt man immer da sind ein Kilo Eisennägel im Spiel aber wenn der Motor warm ist und etwas über 800 Upm läuft dann ist alles völlig normal für den guten MWM Motor (MWM wurde 1871 als Mechanische Werkstätte in Mannheim von Autopionier Carl Benz gegründet)
Einschiffung in die Werft Buschmann
Heute am 25.03.2026 geht es um 7 Uhr früh los um die Elbe 27 in der Werft der Firma Buschmann einzudocken. Es herrscht windiges Wetter und leichter Regen und es ist kalt.

Das Schiff muss bei Hochwasser einlaufen in die Werft, damit es dann auf sehr engen Raum direkt auf den Slip gezogen werden kann. Also schnell auf den Weg gemacht...

Hier seht ihr das Firmengelände der Werft Buschmann mitten in Hamburg Veddel

und wie die Elbe 27 darauf wartet auf den Slip gezogen werden zu können:

Es werden aktuell folgende Dinge für die Werftzeit geplant:
- Reinigungsarbeiten am Unterwasserschiff
- kompletter Unterwasserschiff Anstrich
- Reinigungsarbeiten am Deckbereich Bug, Achtern und Dollbord mit dem Hochdruckreiniger
- Reinigungsarbeiten im Innenschiffsbereich / Vorbereitungen zum Saisonstart
- Schraubenwechsel (Verstellpropeller) ist geplant
- Begutachtung der Wellendichtung der Antriebswelle
- Ultraschallmessungen der Rumpfstärke für die notwendigen Sicherheitszeugnisse
- Leichte Entrostungs- und Farbarbeiten im Bug und Heckraum
- Streicharbeiten am Deckbereich von Bug, Achtern und Dollbord wollen wir versuchen in der Werftzeit gleich zu beginnen
- Streicharbeiten im Fahrgastbereich wollen wir ebenfalls versuchen in der Werftzeit gleich umzusetzen
Wir möchten die Zeit ebenfalls nutzen, um die automatische Fettpresse an der Antriebswelle wieder zu nutzen (diese läuft über einen Treibriemen mit der Antriebswelle mit) und schmiert automatisch die Wellenlager ab, dann entfällt das regelmässige Abschmieren mit der kleinen Fettpresse oper Hand.
Ein Ölwechsel steht auch noch an, die Ventile der 8 Zylindermaschine hatten wir ja schon im März eingestellt.
Am 11.4.26 soll ja die Saison offiziell wieder starten und wir wissen ja noch nicht, was der Werftbesuch so als Überraschungen bringen kann.
Hier kann man gut erkennen das Sie langsam trockenfällt am Slip:

Nach 2 Tagen Werftaufenthalt dann schon sichtbare Ergebnisse:
Der Rumpf wurde mit einem Hochdruckreiniger kräftig behandelt und die schadhaften Stellen gleich vorbehandelt bevor der Anstrich erfolgen wird.
Die silbernen ovalen Teile unten am Kiel sind Opferanoden , siehe auch 3 Bilder weiter.

Hier kann man den Verstellpropeller gut erkennen, der Rumpf war schon mit dem Hochdruckreiniger behandelt.

Hier kann man auch sehr gut die Opferanoden erkennen, die überall am Rumpf und am Ruderblatt montiert sind, um die galvanische Korrision zu minimieren.
Man nutzt dabei Anoden aus Zink bei Salzwasser, Magnesium bei Süßwasser und Aluminium bei Brack oder Mischwasser.

Und schon ist der Farbanstrich am Rumpf dran




