
Ehrenamtlich getragen, seit über 30 Jahren im Dienst der Erhaltung zweier Museumsschiffe der Hamburger Wasserschutzpolizei — aus Polizeibediensteten entstanden, heute offen für alle, die anpacken wollen.
Am 6. Februar 1993 gründeten Polizeibedienstete aus verschiedenen Bereichen der Polizei Hamburg den Verein für ehemalige WS-Barkassen e.V. und übernahmen die vom Museum der Arbeit auf den Namen „Alfred Wachholz" benannte Barkasse (ehemaliges leichtes Hafenstreifenboot „Wasserschutzpolizei 27") als Dauerleihgabe. Eigentümer dieses Museumsschiffes ist die Kulturbehörde Hamburg.
Im Sommer 1997 konnte dann das seegehende Küsten- und Unterelbestreifenboot mit der ehemaligen Bezeichnung „WS 3" als Museumsschiff „ELBE 1" übernommen werden. Nach umfangreicher Umrüstung mit moderner Navigations- und Kommunikationstechnik sowie den erforderlichen Rettungsmitteln wurde die „ELBE 1" im Juli 2002 als Traditionsschiff zugelassen.
Die Verwaltung beider Schiffe erfolgt seit 2008 treuhänderisch durch die Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH). Seit 2023 sind die Schiffe dem Deutschen Hafenmuseum zugeordnet. Ein Dauerleihvertrag für beide Schiffe verpflichtet den Verein für ehemalige WS-Barkassen e.V., diese zu erhalten und zu betreiben.
Schnell wurde deutlich, dass sich der Verein personell erheblich verstärken musste, um die Vereinsziele — insbesondere die Erhaltung beider Schiffe durch Instandhaltung und laufende Wartung sowie die Darstellung von Arbeitsbedingungen an Bord durch Organisation und Durchführung von Museumsstreifenfahrten — zu erreichen. Durch verstärkte Mitgliederwerbung konnte sich der Verein innerhalb des ersten Jahres personell fast verdoppeln, wobei sich die Neumitglieder zunächst weiter aus den Reihen der Polizei rekrutierten.
In der nachfolgenden Zeit gewann der Verein zahlreiche Mitglieder hinzu. Diese sind mit ihren Fähigkeiten und in verschiedenen Berufen erworbenen Kenntnissen für die Instandhaltung und den Betrieb der Schiffe sehr hilfreich. So liegt die Mitgliederzahl seit 2006 recht konstant bei ca. 70 aktiven und passiven Mitgliedern.
Mit der Einführung eines wöchentlichen Arbeitstages wurde der Zusammenhalt der aktiven Mitglieder gefördert. So gelang es, notwendige Arbeiten am Rumpf und der Technik der beiden Schiffe teilweise mit eigenem Personal kostengünstig durchzuführen. Auch umfangreiche Instandsetzungs- und Reparaturarbeiten, wie die Überarbeitung von Propellern und Wellen sowie der Austausch des defekten Dieselmotors der „ELBE 27", konnten aufgrund der Eigenleistungen von Vereinsmitgliedern im Wesentlichen aus dem Etat und den Rücklagen des Vereins bestritten werden. Trotzdem freuen wir uns über die sehr hilfreiche Unterstützung von Sponsoren und Freunden des Vereins.
Frühzeitig wurde dem Vereinsvorstand bekannt, dass im Herbst 1995 das Unterelbestreifenboot „Wasserschutzpolizei 3" außer Dienst gestellt und versteigert werden sollte. Der Vorstand konnte sich recht schnell für eine Übernahme dieses Schiffes begeistern. Hierdurch konnte der Verein mit dem seegehenden Küsten- und Unterelbestreifenboot neben dem vorhandenen leichten Hafenstreifenboot über eine wertvolle Sammlung der ersten Neubaugeneration von Bootstypen der Wasserschutzpolizei Hamburg nach dem Zweiten Weltkrieg verfügen. Es würde nur noch ein schweres Hafenstreifenboot fehlen, um diese Sammlung im Rahmen des geplanten Polizeimuseums Hamburg komplett zu haben.
Gegen deutliche Widerstände aus verschiedenen Bereichen konnte schließlich mit ideeller und finanzieller Unterstützung der Kulturbehörde, insbesondere aber des Polizeivereins, am 1. Juni 1997 das Museum der Arbeit die „Wasserschutzpolizei 3" übernehmen. Auch dieses Schiff wurde dem Verein für ehemalige WS-Barkassen e.V. als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Aus den Erfahrungen der Namensgebung unserer Barkasse wurde vom Verein ein Schiffsname bevorzugt, der nicht mit einer Person in Verbindung gebracht wird. So wurde der ursprüngliche Funkrufname „ELBE 1" auch als neuer Schiffsname gewählt.
Unsere Einnahmesituation konnten wir ab 1998 aufgrund von regelmäßigen Fahrten mit der „Alfred Wachholz" sowie durch den Einsatz der „ELBE 1" auf der Unterelbe, häufig bis nach Glückstadt, verbessern. Vorteilhaft war im Frühjahr 2000 auch die Verlegung beider Schiffe an die Pontonanlage Wassertreppe 7 am Roeloffsufer im Travehafen, was die An- und Abfahrten zu Veranstaltungen deutlich verkürzte und die Arbeiten an beiden Schiffen vereinfachte.
Nach erfolgreichem Wirken in den Jahren 1999/2000 mit dem Einsatz der beiden Museumsschiffe bei publikumswirksamen Veranstaltungen, wie
kam es im Jahr 2000 zu bedauerlichen Rückschlägen für den Verein.
Die Kollision mit einem unter Wasser treibenden Tampen verursachte eine ein halbes Jahr dauernde Reparatur der „ELBE 27". Dieses Desaster wurde noch übertroffen von einem Schadensfall auf der „ELBE 1" im Oktober 2000: Der Wassereintritt nach einem Unterwasserschaden setzte das Schiff langfristig außer Betrieb. So erzielten beide Schiffe über einen längeren Zeitraum keine Einnahmen, verursachten dagegen aber größere Ausgaben. Während die „ELBE 27" zur Saison 2001 wieder in Fahrt kam, konnten wir mit der „ELBE 1" erst ab Juli 2002 nach einer aufwändigen Reparatur und der Zulassung als Traditionsschiff wieder Fahrten anbieten.
Mit freundlicher Unterstützung von Hafenbetrieben gelang es uns zunächst, im Travehafen am Terminal Schuppen 80/81 einen Liegeplatz für die „ELBE 27" zu erhalten. Hier konnten wir ungestört an unserem Schiff Sanierungsarbeiten und Reparaturen durchführen. Zum anderen war das Schiff vor Zugriffen Unberechtigter geschützt, weil es in einem landseitig umzäunten und bewachten Bereich sowie wasserseitig an einem schwer zugänglichen Ponton lag. Dieser Vorteil wirkte sich in der öffentlichen Wahrnehmung aber eher nachteilig aus, da das Schiff nur bei Museumsfahrten und zunächst wenigen Veranstaltungen im Hafen zu sehen war.
Nach der Übernahme der „ELBE 1" war es zunächst schwierig, einen gemeinsamen Liegeplatz für beide Schiffe zu finden. Vorerst wurde aufgrund der günstigen Rahmenbedingungen für anstehende Reparaturen für die „ELBE 1" ein Liegeplatz im Steendieckkanal in Finkenwerder gefunden. Wenig später bekamen wir für die „ELBE 1" einen neuen Liegeplatz im Harburger Binnenhafen. Für die nun vermehrt einsetzenden Museumsstreifenfahrten waren die beiden Liegeplätze allerdings ungünstig, weil sich die Anfahrten als zeitaufwendig und kostenintensiv erwiesen.
Vorteilhaft war im Frühjahr 2000 auch die Verlegung beider Schiffe an die Pontonanlage Wassertreppe 7 am Roeloffsufer im Travehafen. Den Liegeplatz im Travehafen musste der Verein aufgrund eines dort geplanten Terminals am 14.02.2008 räumen. Somit bekamen beide Schiffe einen gemeinsamen Liegeplatz am Lübecker Kai im Hansahafen, den wir bis heute beibehalten konnten.
derzeit nicht besetzt
Sollten Sie eventuell Lust bekommen haben, bei uns mitzumachen? Wir freuen uns über jede helfende Hand. Nautische Patentinhaber sowie Personen aus allen, speziell gewerblichen, Berufen sind jederzeit herzlich willkommen. Sprechen Sie uns gerne darauf an.
Donnerstags zwischen 10:00 Uhr und 14:00 Uhr sind wir an unserem Liegeplatz im Hansahafen am Lübecker Kai an der Dessauer Straße zu erreichen, es sei denn, unsere Schiffe sind gerade auf Fahrt. Rufen Sie unseren Fahrtendisponenten Harald Nieber (Tel. 04122 5022236) oder unseren technischen Koordinator Jörn Czichy (Tel. 040 5209134) an, damit Sie nicht umsonst bei uns vorbeikommen.
Falls Sie schon jetzt Lust haben, bei uns mitzumachen, nehmen Sie bitte Kontakt zu unserem Vorsitzenden auf.
Am 11.02.2026 ist unser Kassenwart Wolfgang Weise nach kurzer schwerer Krankheit im Krankenhaus verstorben.
Wolfgang war seit Gründung des Vereins für ehemalige WS-Barkassen e.V. am 6. Februar 1993 bis zu seinem Tod unser Kassenwart. Immer hat er die Finanzen des Vereins mit großem Einsatz verwaltet und dafür gesorgt, dass die Kasse durch verschiedene Aktionen immer ausreichend gefüllt war.
Wir werden Wolfgang in ewiger Erinnerung behalten.